Liebe Studierende, Mitarbeiter:innen und Lehrende der Freien Universität zu Berlin,
Sehr geehrte Unileitung, Sehr geehrter Präsident Univ.-Prof. Dr. Günter M. Ziegler,

wir, eine Gruppe Lehramtsstudierender der FU, sowie einzelne unterstützende Organisationen und Initiativen, schreiben diesen offenen Brief aus einer Not, die aus unseren unaushaltbaren Rassismus- und Sexismuserfahrungen an der Universität resultiert. Strukturelle Diskriminierungen und die gravierenden Folgen der entsprechenden Ignoranz,  der Studierende seit Jahrzehnten ausgesetzt sind, sind der Grund, weshalb wir dringend Veränderung fordern. 

In Seminaren erleben Studierende immer wieder rassistische und sexistische Übergriffe, von Dozierenden selbst, aber auch von anderen Studierenden, ohne dass Dozierende eingreifen. In Lehramtsseminaren gibt es keine obligatorische Auseinandersetzung mit  Rassismus, Sexismus und anderen menschenverachtenden Ideologien. Das hat zur Folge, dass solche gewaltvollen Situationen häufig nicht einmal erkannt werden und regelmäßig vor allem durch Dozierende reproduziert werden. Zuletzt wurde aus einem lehrberufswissenschaftlichen Linguistik-Seminar bekannt, wie ein Dozent das ‘N-Wort’ unaufhörlich ausgesprochen und ausgeschrieben hat, um eine Diskussion zu führen und dabei fachlich fehlende Kenntnisse seinerseits im Bereich der Rassismusforschung offenbarte(1). Dies ist kein Einzelfall. Lehramtsstudierende haben es in ihrem Bachelor- und Masterstudium erlebt, dass das N-Wort und andere rassistische Beleidigungen ohne Zensur oder Trigger-Warnung gesagt und legitimiert, sowie rassistische Zuschreibungen normalisiert wurden. Wir sprechen hiermit eine Trigger-/Contentwarnung für die Schilderungen im nächsten Absatz aus. 

In Master-Seminaren, sogar in solchen, die sich thematisch mit Interkulturalität und Antirassismus beschäftigen sollen (2), wird von Lehrpersonen verkündet, dass kein antirassistisches Wissen vorhanden ist. Im Rahmen der universitären Bildung passierte es auch, dass bei schriftlichen Anfragen im Seminarchat, die von ihnen für die Seminar-Teilnehmenden vorgelesen wurden, von ihnen vermieden wurde, in den Fragen verwendete Worte wie ‘Rassismus’ vorzulesen und damit den Inhalt der gestellten Fragen verändert. Dozierende vermieden im Rahmen der Seminare kontinuierlich zum einen wichtige politische Bezeichnungen wie ‘weiß’ zu verwenden und machten durch zögerliche Rückfragen an Studierende deutlich, dass kein angemessenes Vokabular für einen solchen universitären Diskurs gegeben ist. Zu Beginn eines Bachelorstudiums wurden Bewegungen von Geflüchteten wurden sogar von einer Lehrenden als “problematische Zuwanderung von unterernährten Gehirnen” bezeichnet. Weitere von Unwissenheit oder Ignoranz geprägte Beispiele der rassistischen Kontinuitäten im Lehramt sind in den Fußnoten und auf unseren Websites angeführt (3).

Viele der geschilderten Erfahrungen stammen aus der bisherigen Online-Lehre. Studierende sind dabei meistens allein. Durch diese Übergriffe und Diskriminierungen sind die immer wieder entstehenden psychisch belastenden Mechanismen wie racial Gaslighting, Derailing, Emotional Tax etc. für betroffene Studierende so unerträglich und schädigend, dass Depressionen und/oder Rückfälle bei Studierenden entstanden sind oder sich verschlimmern. Aber der emotionale Zustand der wenigen BIPoC-Studierenden ist nicht die einzige gravierende Konsequenz, die aus diesem Vorgehen resultiert. 

Der strukturelle Anteil einer rassistischen Lehramtsausbildung bedeutet im Umkehrschluss, dass rassistisches Gedankengut vor allem im Bereich Schule weiterhin u.a. Unterricht, Umgang mit Schüler:innen, Kolleg:innen, Eltern, schulische Abläufe und ihre Entwicklung bestimmt: Die fehlende Auseinandersetzung mit Rassismustheorien und beispielsweise der Art, wie Rassismus die Gesellschaft in diesem Land geformt hat, hat für Kinder und Jugendliche existenzielle Folgen (4). Nicht nur der Arbeits- oder Wohnungsmarkt, sondern vor allem auch der Zugang zu Bildung und das Erreichen von Bildungsgraden wird durch die auch in Berlin noch mehrheitlich weiße Lehrer:innenschaft zusammen mit einer rassistisch geprägten Ausbildung gravierend negativ beeinflusst. Bis heute, im Jahre 2021, wurde keine Verantwortung der lehramtsbezogenen Berufswissenschaft wahrgenommen, sich mit den herrschenden Strukturen kritisch, empathisch, produktiv und vor allem bewusst und obligatorisch auseinanderzusetzen (5).

Lehrer:innen verpflichten sich in ihrem Amt dazu, aktiver Teil einer gesellschaftlichen Mitgestaltung zu werden, und dieses Amt ist schon nach dem Schulgesetz in der Verantwortung, Menschen dazu zu befähigen, in ihrem späteren Berufsleben demokratische Werte zu vermitteln. Ein Grundsatz demokratischer Erziehung ist die Gleichheit aller Menschen und Geschlechter. Rassistische Ideologie basiert jedoch auf dem Gegensatz zu dieser Grundannahme und steht deswegen einer Demokratieerziehung nicht nur entgegen, sondern arbeitet aktiv gegen sie. Antirassistische Bildung ist daher, vor allem in Deutschland, eine Voraussetzung, um der Verpflichtung einer diskriminierungsfreien Demokratieerziehung nachzukommen. Zusätzlich wird hier nach unserer Einschätzung regelmäßig gegen das neue Antidiskriminierungsgesetz (LADG), sowie dem Themenfeld entsprechende Landesprogramme und Leitbilder verstoßen (6). Leider können wir bestätigen, dass allein im Lehramtsstudium mit Ableismen, Klassismen, Rassismen und Sexismen gegen fast all die im LADG definierten Merkmale ohne jegliche Folgen und Veränderungen diskriminiert wurde. Deutsche Institutionen haben aber schon durch den Verlauf ihrer Geschichte klare antirassistische Verantwortung. Es ist deutlich, dass eine Entnazifizierung Deutschlands nicht stattgefunden hat, rassistische und rechte Ideologien uns, wie selbstverständlich, begleiten und diese auch heute noch regelmäßig sogar tödliche Folgen haben. Der jüngste getötete Mensch vom Attentat in Hanau, Said Nesar Hashemi, war 21 Jahre alt. Auch in Solidarität mit der nun gegründeten Bildungsinitiative Ferhat Unvar möchten wir auf die rassistischen Kontinuitäten in Deutschland und auf die Zusammenhänge mit einem rassistischen Bildungssystem aufmerksam machen und fordern die Freie Universität Berlin nun öffentlich dazu auf, unsere Forderungen umgehend umzusetzen.

Es muss eine obligatorische und nachhaltige Auseinandersetzung mit antirassistischer Bildungsarbeit in der Lehramtsausbildung deutscher Universitäten geben, damit sich nachhaltig etwas an den Verhältnissen, sowohl innerhalb der Institution, als auch an den Berliner Schulen ändert. Wir erwarten eine reflexive Auseinandersetzung mit Rassismus und Herrschaftsstrukturen innerhalb der Freien Universität, deren Ergebnis nicht symbolische Handlungen sind, sondern eine konkrete antirassistische Praxis ist. Es sollte für die Freie Universität, alle Lehrenden, sowie alle Studierenden eine Selbstverständlichkeit sein, sich vor allem mit historisch verankerten Diskriminierungsstrukturen nachhaltig auseinanderzusetzen. Die Beschäftigung mit beispielsweise materialistischen Rassismustheorien ist daher die entsprechende Grundlage. Der eigentlich angestrebte Erziehungs- und Bildungsauftrag ist nicht fachspezifisch und kann somit auch nicht in den Politikunterricht ausgelagert werden. Es betrifft alle Lehrkräfte und alle Bereiche jeglicher (Bildungs-)institutionen. 

Genau hier, in der Lehrer:innenausbildung, liegt ein großer struktureller Anteil all der lebensverändernden (Unterdrückungs-)mechanismen, die schon in Schulen auf Kinder einwirken. Es ist und bleibt unverantwortlich, wenn unsere Ausbildung diese unbewusste bis gegensätzliche Form beibehält. Sprachförderungsmaßnahmen wie Deutsch als Zweitsprache, die nun obligatorischer Teil des Studiums sind, sind nach Berichten von Kommiliton:innen sogar ebenfalls von Othering und rassistischen Reproduktionen geprägt. Gleichzeitig verdrängt ein rein sprachlicher Fokus im Sinne von ‘Integration’ die wichtige Auseinandersetzung mit anderen Anteilen struktureller Benachteiligung und impliziert auch, dass die einzig fehlende Initiative auf Seiten der migrantischen und migrantisierten Menschen liegt. Die ‘Abfertigung’ des Diskurses über sprachliche Kompetenzen kann nicht weiter über die fehlende Auseinandersetzung mit Unterdrückungsmechanismen hinwegtäuschen. Mit Schlagwörtern wie ‘Diversity’ und ‘Interkulturalität’ sollen nicht länger Diskurse über Rassismus vermieden werden. Sich der Auseinandersetzung damit weiter zu entziehen verhält sich sogar direkt gegen einen Beschluss der Kultusministerkonferenz zu ‘Interkultureller Bildung und Erziehung’, die besagt: “[Schule] tritt aktiv der Diskriminierung einzelner Personen oder Personengruppen entgegen. Sie prüft, inwieweit Strukturen, Routinen, Regeln und Verfahrensweisen auch unbeabsichtigt benachteiligend und ausgrenzend wirken, und entwickelt Handlungsansätze zu deren Überwindung.” (7). Es stellt sich die Frage, wie ‘Schule’ dem ohne vorherige inhaltliche Auseinandersetzung nachkommen soll. Die unzähligen Berichte unserer Kommiliton:innen über die Ökonomisierung des Bildungssystems, die diskriminierenden Zustände in Seminaren und die fehlende Sensibilisierung in ihrer Ausbildung als Lehrkräfte zeigen uns, dass sich Zustände in der Lehre grundsätzlich ändern müssen. Nur so kann Schule ein demokratischer und diskriminierungssensibilisierter Raum werden.

Einzelne Initiativen aus den unterschiedlichsten Instituten haben bereits versucht, die Universität auf die Missstände hinzuweisen und antirassistische Forderungen zu realisieren (8). In den Fällen innerhalb der Universität wurden leider nur ziellose Diskussionen mit den Initiativen geführt, die darauf hinausliefen, die Forderungen als ‘naiv’ einzustufen und nicht oder nur zu einem sehr geringen Teil umzusetzen (9). Zu diesen problematischen, häufig herabwürdigenden Diskussionen sind wir nicht bereit. Aus diesem Grund haben wir nachfolgend klare Forderungen formuliert. Was wir uns wünschen und was wir fordern, ist eine sichtbare, nachhaltige und strukturelle Veränderung in der Lehramtsausbildung, welche alle Studienfächer, sowie die lehramtsbezogenen Berufswissenschaften, als auch alle restlichen schulbezogenen Strukturen innerhalb der Freien Universität beinhaltet:

  • Wir fordern das Stoppen der Verwässerung echten antirassistischen Handelns durch den ‘Diversity’ Begriff
  • Wir fordern Fortbildung für Dozierende zu Kolonialismus und Rassismus, zum Beispiel durch Vereine oder Einzelpersonen wie Each One Teach One (EOTO), I-Päd (Initiative intersektionale Pädagogik), der Bildungsinitiative Ferhat Unvar, Tupoka Ogette, Prof. Dr. Karim Fereidooni, o.Ä., vor allem, wenn diese Seminare zu antirassistischer Bildung geben sollen
  • Wir fordern die Überprüfung von Lehrmaterial aus antirassistischer postkolonialer Perspektive durch professionelle externe Expertise
  • Es soll für alle Lehramtsstudierende mindestens ein obligatorisches Modul zu ‚Antirassismus’ und ‘Diskriminierung‘ geben, welches antirassistische Fachdidaktiken, sowie Quellen, wie die des ‚Instituts für diskriminierungsfreie Bildung‘ o.Ä. miteinbezieht

Es ist in diesen Momenten besonders frustrierend, wenn ein sog. ‘Diversity-Prozess’ von der Universität angestoßen wird und dieser wieder einmal vor allem die unbezahlte Zuarbeit von Studierenden verlangt. Dazu kommt, dass der Zugang und das Befinden von Betroffenen erneut nicht im Fokus stehen, sondern der Erhalt eines weiteren nichtssagenden Zertifikats für die Uni, das ähnlich nichtssagend ist, wie die Plakette ‘Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage’. Bereits lehrende Kolleg:innen teilen uns gehäuft mit, wie performativ diese Plakette an den Schulen ist und wie inhärent normalisiert rassistisch es in Lehrerzimmern zugeht. 

Die Kette an Ereignissen stellt eine Strukturiertheit und Normalisierung rassistischer Verhältnisse dar, die gleichzeitig die Macht hat, mehrere Generationen rassifizierter Menschen zu benachteiligen. Es handelt sich nicht um Einzelfälle. Die Einstellung, Rassismus könne nur eine bewusste Handlung von ‘Rechten’ sein, muss abgelegt und die Tatsache anerkannt werden, dass sich dieser nicht nur durch Vorurteile äußert, sondern auch, dass durch eine ‘Individualisierung des Problems’ von den strukturellen Zusammenhängen abgelenkt wird. Rassismus zeigt sich nicht nur anhand von individuellen Handlungen. Er kann somit nicht durch einen imaginär gehobenen Zeigefinger behoben, sondern muss als Konsequenz jahrhundertelangen kolonialen Machtstrebens strukturell und systemisch überdacht und als soziales Verhältnis angegangen werden. 

Die studentische Vollversammlung der FU 2021 hat eine Resolution von uns entsprechend angenommen. Ein Ignorieren dieses Schreibens und fehlende Umsetzung der Forderungen innerhalb dieses Jahres werden wir als rassistische Kontinuität deutscher Institutionen einordnen. Wie diese aktuell immer noch funktionieren, sehen wir an den Berichten von Studierenden und Lehrer:innen, den einheitlich weißen Dozierenden (10), den überwiegend weißen Lehrerzimmern, den einheitlich migrantischen Putzkräften, die oftmals selbst studiert haben, sowie der Ignoranz gegenüber antirassistischer Initiativen. Dies ist ein Ausdruck eines darauf aufbauendem Systems, das sich nicht zuletzt durch eine segregierende Logik im Schulsystem äußert. Wir erwarten nun, dass Sie als Leitung der Universität und Fachbereiche umgehend entsprechende Maßnahmen ergreifen. Wir werden weiterhin die rassistischen Vorkommnisse mit den offensichtlichen Zusammenhängen veröffentlichen, uns und andere antirassistisch weiterbilden, und uns gegen rassistische Kontinuitäten organisieren.

Mit freundlichen Grüßen,
Initiative intersektionales Lehramt Berlin, Studierende der Freien Universität Berlin, sowie

AStA der Freien Universität Berlin
Fachschaftsinitiative Gender, Intersektionalität und Politik (FSI GSP) der Freien Universität
BIPoC Referat der Freien Universität Berlin

AStA der Universität Potsdam
Referat für Bildungspolitik und Lehre der Universität Potsdam

Antirassismusreferat der Universität Potsdam

Prof. Dr. Karim Fereidooni

Schüler:innen der Initiative gerechte Bildung Berlin
I-Päd (Initiative intersektionale Pädagogik)
Each One Teach One (EOTO) e.V.

(1) Herr Dr. P.’s Argumentation basierte darauf, dass Martin Luther King Jr. das Wort ‘N*gro’ verwendete und dies ein Beweis dafür ist, dass auch anti-rassistische Menschen das N-Wort auf Deutsch unzensiert frei verwenden können.  Dies perpetuiert die überholte Ansicht, die innere Einstellung eines Menschen würde rassistische Mechanismen unmöglich machen.

(2)Im Rahmen des Lehramtsstudiums gibt es übrigens nur ein einziges derartiges Lehrangebot: im Studiengang der ‘Sonderpädagogik’. (Die Abläufe hier zeigen nicht das Scheitern einer einzelnen Lehrperson, sondern der institutionellen Planung von Studienordnungen auf.)

(3) Z.B. im Begleitseminar zum Bachelor-Schulpraktikum: Hier ging es kurz sogar um sog. ‘Vorurteile’: In einer Sitzung wurden Namen von Kindern mit Eigenschaften verknüpft, in welchen z.B. ‚Sophie – Geige spielen’ und ‚Murat – nicht rechnen’. Die Aufgabe bestand darin, Bilder von Kindern aufzumalen, die Studierende erwarten, wenn ihnen nur eine Namensliste vorläge. Als einige wenige Student:innen begannen Strichmenschen zu malen, sprach die Dozierende von ‘Boykott’, dass diese  so täten, als hätten sie keine Vorurteile. Bei dem Hinweis der Studierenden, dass der Diskurs um Vorurteile weder Reproduktion noch die Verfestigung dessen beinhalten muss, wurde weiterhin der böswillige Boykott unterstellt. Währenddessen malten Kommiliton:innen anhand der Namen und Eigenschaften Bilder mit ihren Buntstiften. Auch wurde diese Aufgabe nicht weiter reflektiert oder besprochen. Die Sitzung war vorbei, bevor einige auch nur teilen konnten, was sie gemalt hatten. Wir und weiteres: initiative-intersektionales-lehramt.de .

(4) siehe vertiefend dazu Amma Yeboah (2017) Rassismus und psychische Gesundheit in Deutschland. In: Fereidooni, Karim; El, Meral (Hg.): Rassismuskritik und Widerstandsformen. Springer VS, Wiesbaden.

(5)  und das, obwohl Wissenschaftler:innen wie Messerschmidt, Fereidooni, Shure, Gomolla, Kollender, Mecheril, Thompson, Kelly, uvm. bereits viele Jahre zu besagten Themen im Bereich Schule und Pädagogik arbeiten.

(6) https://www.berlin.de/sen/lads/recht/ladg/fragen-und-antworten/

(7) Handreichung zum Beschluss der KMK: Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule (2013) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/Themen/Kultur/1996_10_25-Interkulturelle-Bildung.pdf

(8) siehe auch BIPoC Hochschulgruppen, der Migrationsrat mit Forderungen nach Antidiskriminiserungsbeauftragten, zivilgesellschaftliche Organisationen rund um das Landesprogramm gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus, uvm.

(9)  “A student group at the FU when asked about what happened: Last year our student group demanded curricular and structural changes that could begin dismantling systems of oppression and establish epistemic justice at the university. We were prompted in our initial encounters with faculty members to take the bureaucratic route in order to achieve any change. Unfortunately, instead of actively working to implement the demands, faculty questioned their necessity in the first place. We witnessed problematic discussions on the validity of content warnings and the “naïvité” of our demands in general, with suggestions that we lower our expectations of what could feasibly be accomplished. In an institute devoid of structural antiracist measures, we were asked to compromise and focus on implementing just one of our demands, as if the safety of BIPoC students could be achieved through one action alone. While some faculty at the university understand what is at stake in the fight against racism in academia and have made steps towards addressing these deep rooted problems, the excuses, defensiveness and unjust criticism we’ve received from others further proves just how far the FU has to go.”

(10) Hier möchten wir auch den Diskurs um Prof. Dr. Maisha Maureen Auma aufgreifen, da diese zeigt, dass dieselbe Kritik auch von Lehrenden selbst formuliert wird. Ein weiteres Beispiel für die beständige Reproduktion von Rassismus im Lehrwesen ist der Rücktritt der ersten Antidiskriminierungsbeauftragten für Schulen in Berlin, Saraya Gomis, die ihr Amt bereits nach drei Jahren selbstgewählt niederlegte.

Wenn euch der Brief gefällt und ihr ihn selber haben und/ oder verbreiten wollt, steht euch hier die Datei zum Download zur Verfügung: